Note to self: find more cheerful subjects for blog…

Over two weeks have passed since that Germanwings pilot deliberately crashed Flight 9525 into the French Alps, taking 149 passengers and crew with him. The news cycle is mostly done with the speculation over the pilot’s illness, motives, personality disorder, but the story is still brewing in my thoughts, due to one particular passenger, Maria Radner. She was one of two opera singers on the plane, having just closed a production of Siegfried at the Gran Teatre del Liceu in Barcelona, flying home to Düsseldorf with her husband and their young son.
I didn’t know her. Never met her, until now had never heard her sing. But the opera world is small, and only 1 or 2 degrees of separation stand between most of us singers, so I learned after the fact that we had a handful of mutual friends. // Mehr als zwei Wochen ist es her, dass der Germanwings Pilot absichtlich den Flug 9525 in der Französisch Alpen zum Asbturz brachte, wobei 149 Passagiere und Besatzungsmitglieder mit ihm umkamen. Des Nachrichten mit Spekulationen über den Piloten, Krankheit, Motive, Persönlichkeitsstörung sind nun großteils erörtert, aber die Geschichte geht mir persönlich noch immer durch den Kopf, wegen eines bestimmten Passagiers, Maria Radner. Sie war eine von zwei Opernsängern im Flugzeug, die gerade eine Aufführung von Siegfried im Gran Teatre del Liceu in Barcelona abgeschlossen hatten. Sie flog zurück nach Hause, nach Düsseldorf, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn.
Ich kannte sie nicht. Ich traf sie nie und bis jetzt hatte ich sie nie singen gehört. Aber der Opernwelt ist klein, und nur über maximal ein oder zwei Bekannte kennen sich die meisten von uns Sängern. So erfuhr ich, dass wir eine Handvoll gemeinsame Freunde hatten.
I don’t want this post to be about me, and so I will try to keep it as universally pertinent as possible — if any wisdom can be gleaned from this tragedy after the fact, maybe it’s this:
It’s not easy to eschew competition as a singer, it being a naturally competitive field. We jockey for position, we judge each other (sometimes kindly, sometimes mercilessly), we make sacrifices in order to “stay in the running”, because the career demands them. Many singers are single, or divorced. Men seem to have it a little easier, but “having it all” as a successfully employed opera singer with a marriage and family or otherwise steady relationship occurs only when both partners are prepared to give a lot, and even then it’s a crap shoot.  How do you know you are making the right life decisions? You don’t. You never do. Even in hindsight, many of us surely wonder, as I do, if we may have done something differently in our pasts. // Ich kannte sie nicht. Ich traf sie nie und bis jetzt hatte ich sie nie singen gehört. Aber der Opernwelt ist klein, und nur über maximal ein oder zwei Bekannte kennen sich die meisten von uns Sängern. So erfuhr ich, dass wir eine Handvoll gemeinsame Freunde hatten.
Diese Beitrag soll sich nicht mit mir befassen, und so werde ich versuchen, es so universell relevant wie möglich zu halten – und wenn man irgendein Erkenntnis aus dieser Tragödie ziehen kann ist es vielleicht dies:
Es ist nicht leicht, den Wettbewerb mit anderen Sängern zu meiden, es ist von natur aus eines sehr Wettbewerbsorientiertes Genre. Wir rittern um unsere Positionen, bewerten uns gegenseitig (manchmal freundlich, manchmal gnadenlos) machen Opfer, um ” im Rennen  zu bleiben “, weil die Karriere das verlangt. Viele Sänger sind Singles oder geschieden. Männer scheinen es ein wenig leichter zu haben, aber “alles zu bekommen” als erfolgreiche Opernsängerin mit einer Ehe und Familie oder anderweitig festen Beziehung funktioniert nur, wenn beide Partner bereit sind, viel zu geben, und selbst ist es noch reinen Glückssache. Wie erkennt man ob man die richtigen Entscheidungen im Leben trifft? Es geht nicht. Niemals. Auch im Nachhinein fragen sich sicherlich viele, wie ich, was in der Vergangenheit anders gemacht hätte werden sollen.
And so, here was Maria Radner, who seemingly did “have it all”. She’d already had her Metropolitan Opera debut, in 2012, at age 30. An international career followed, the Bayreuth debut scheduled for this summer. Husband, first child, spectacular career in bloom.
To those of us who will never experience that kind of glory, it falls to us to simply look around. You may be never see your dreams fulfilled, but you are alive. Would you trade? Of course not. So look around at what you have, and make every day count. You can never know when, or how,  the journey will end. // Und hier war nun Maria Radner, die anscheinend “alles bekam”. Sie hatte bereits ihre Metropolitan Opera Debüt im Jahr 2012, mit 30. Eine internationale Karriere folgte, das Bayreuth-Debüt war für diesen Sommer geplant. Ehemann, erstes Kind, spektakuläre Karriere in voller Blüte.
Für diejenigen unter uns, die nie diese Art von Ruhm erleben werden, bleibt nur uns einfach umzusehen. Mag sein, daß wir nie die Erfüllung unserer Träume sehen, aber wir leben. Möchten Sie das tauschen? Natürlich nicht. Also freuen wir sich an dem, was wir haben, und nutzen wir jeden Tag. Man kann nie wissen, wann oder wie die Reise endet.

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2 Responses to Note to self: find more cheerful subjects for blog…

  1. ellroon says:

    These senseless horrors, like the Sandy Hook massacre and this plane hijacking amid so many other recent similar ones, leave wounds that we will never forget. The sorrow of someone taken so early in their life hurts ferociously, especially when we realize how arbitrary these deaths are… and that their death could have easily been ours. So I’m sending hugs and good thoughts to you and hugging my own husband and kids. Love is what remains.

  2. Shigo says:

    This is a beautiful post: grateful for life, which is no small thing—and can be taken away in a moment. Thank you for your words.

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