The Glamourous Life Revisited

(Bitte scrollen Sie nach unten für die deutsche Fassung)

Oh, the life of a performing artist.

You want to succeed. You want to give your very best and, when your best isn’t enough, you try to dig deep into yourself to find something untapped, some reserve of strength you didn’t know was there.

All through music school we were encouraged to let our guards down and find those reserves, to be open to criticism for our own betterment, to be all that we can be For Our Art. We learned to be addicted to feedback, since none of us could objectively judge ourselves and our potential, and our own teachers weren’t telling us either. We waited uncomfortably after auditions for any precious feedback and turned every comment over in our minds, be they sensible or stupid; we cringed through listening to our recorded lessons; we made fun of other singers just to make ourselves feel more worthy. Having nothing else to cling to, like a healthy self-esteem and a career path with recognizable milestones, we hung onto any little sign of approval, such as who gets this or that role in a show, or this or that solo in the chorus, who sings opening night, who gets to study with that popular teacher, who wins this school prize.

Is it any wonder, then, that some of that follows us into our working years?

What they do here in Europe isn’t opera. It’s full of singers with little voices who can’t be heard over the orchestra.”
This was said less than three feet from where I was sitting, by other singers. Probably they weren’t even thinking of me (I was looking at my smartphone and partially in the conversation), and the accuracy of that statement is dubious, but nevertheless, it stung.

Ensemble life can be both rewarding and difficult in the best of circumstances, in any theater. Singers get stressed, from the demands of being stretched in all sorts of directions. Having been trained to rise to the challenge, we try to do it all. Perhaps I am doubly cursed in being female and North American, for whom saying “no” comes with a price, even if it is internally applied. Standing up for myself takes all of my energy, not standing up for myself quietly saps it away along with my self esteem.

Which is how I find myself here now — in the middle of a successful run of a really great show, after singing a lovely concert last night of very interesting music, including a world premiere of a song cycle, with wonderful, talented people involved — fretting and wallowing in thoughts of I can’t do all this, I really can’t sing, I have no real talent of any use, I’m a failure, I’m an amateur, a dilettante, a wannabe tipping over into has-been-never-was, a workhorse who’s only good enough to fill small roles. I can do a little of everything, and nothing in particular. I’m too old. I’ll never be what I think I should be.

Of course this is so much bull. Who among us musicians is exactly where they think they should be? Who among us can objectively, clearly, see one’s own talents and limitations and say “I’m OK with that?” (This was not brought on by that comment above, it had been brewing for a while.)

Why am I writing this? Maybe because young singers, looking for information and advice about working in Europe, will find in a google search all sorts of stuff about How To Get Work Here, as if that’s the culmination of all your efforts, congratulations, you landed a job, Happy End. But that’s really only the beginning, and not all of it is the Great Adventure. You bring with you all of your work habits; how you deal with adverse situations; with frenemies; with being unable to express yourself perfectly in your own language, let alone a new one. You bring with you the reasons behind your drive to be a performer — are you seeking approval, and if yes, from whom? Can you appreciate your own talents and strengths when they seem to differ from “What We Are Looking For Right Now”? Can you share joy in the successes of your colleagues, or do you have to hide their Facebook posts? Is it enough to have singing work, when you sacrifice everything else to have it?

I ran into a former colleague on the street yesterday. He’d trained as a school teacher but began a career in opera shortly after his first teaching job. He has a beautiful voice, excellent stage presence, a good attitude, the desire to learn and work hard, and the rare gift of comic timing. He worked in a few opera houses for about ten years, successfully, and then left it all behind him in order to have a private life and some peace of mind. He’s teaching part time now, and singing concerts, and he sounds very happy. I have thought a lot about him over the last several months, because I will be doing something similar at the end of this season. The full-time ensemble life is no longer for me.  All I know right now is that I have to sing on my own terms, or else not do it at all. Singing is something that should bring one happiness. I might find that happiness again, or maybe in something else. It’s time.

Um auf “das glamouröse Leben” zurückzukommen

Oh(je), das Leben eines  Künstlers.

Sie wollen erfolgreich sein. Sie möchten ihr bestes geben, und wenn Ihre Bestes nicht genug ist, versuchen Sie, tief in sich selbst zu suchen, um etwas bisher nicht Genutztes zu finden, eine Kraftreserve, die Sie bisher nicht kannten.

Während unserer musikalischen Ausbildung wurden wir ermutigt, offen zu bleiben um diese Reserven entdecken zu können, offen für Kritik zu unserem eigenen Wohle zu sein, um alles, was wir können für unsere Kunst zu sein. Wir wurden daran gewöhnt süchtig auf Rückmeldungen zu sein, da keiner von uns objektiv beurteilen konnten was unser Potenzial ist – und unsere eigenen Lehrer konnte es uns auch nicht sagen. Wir erwarteten mit Unbehagen nach dem Vorsprechen jede wertvolle Resonanz, drehten und wendeten jeden Kommentar in unseren Köpfen, sei er sinnvoll oder dumm; wir zuckten zusammen, wenn wir unserer eigenen aufgenommene Übungsstunden hörten und machten uns lustig über andere Sänger nur um uns selbst besser zu fühlen. Mit nichts anderem als Stütze, wie z.B. einem gesunden Selbstwertgefühl und eine berufliche Laufbahn mit erkennbaren Meilensteinen​​, hingen wir von jedem kleinen Zeichen der Zustimmung ab, z.B. welche diese oder jene Rolle in einer Show bekommt, oder dieses oder jenes Solo im Chor , wer den Eröffnungsabend singt, wer bei einem bekannten Lehrer studiert, wer den Schulpreis bekommt.

Ist es da verwunderlich, dass einiges davon uns in die Arbeitsjahre verfolgt?

“Was sie hier in Europa machen ist nicht Oper. Sänger mit kleinen Stimmen, die nicht über das Orchester tönen. “
Dies wurde weniger als drei Meter von meinem Platz entfernt von anderen Sängern gesagt. Wahrscheinlich hatten sie nicht einmal an mich gedacht (ich war teilweise in mein Smartphone und teilweise in ein Gespräch vertieft) und die Richtigkeit dieser Aussage ist zweifelhaft, aber dennoch, tat es weh.

Das Leben im Ensemble ist interessant und schwierig zugleich im den besten Sinn des Wortes, in jedem Theater. Sänger sind durch Forderungen aus allen möglichen Richtungen beansprucht. Ausgebildet, um sich der Herausforderung zu stellen, versuchen wir, alles zu tun. Vielleicht bin ich doppelt verflucht – als Frau und Nordamerikanerin, für die jedes “Nein”- sagen teuer zu stehen kommt, auch wenn das wohl nur eine verinnerlichte Schelte ist. Das Eintreten für mich selbst benötigt all meine Energie, das Ignorieren meiner künstlerischen Bedürfnisse nagt hingegen ziemlich an meinem Selbstwertgefühl.

So finde ich mich nun – in der Mitte einer erfolgreichen laufenden wirklich tollen Show, nach dem Singen eines schönes Konzert gestern Abend (mit sehr interessante Musik, darunter eine Uraufführung eines Liederzyklus), zusammen mit anderen wundervollen, talentierten Menschen – dabei von solchen Gedanken zerfressen zu werden: ich kann all dies nicht, ich kann nicht wirklich singen, ich habe kein wirklich brauchbares Talent, ich bin ein Versager, ich bin ein Amateur, ein Dilettant, ein Möchtegern umspringend in ein gewesen / niemals gewesen, ein Arbeitstier, das ist nur gut genug ist, um kleine Rollen zu füllen. Ich kann ein wenig von allem, aber nichts Besonderes. Ich bin zu alt. Ich werde nie das sein, was ich von mir erwartete..

Dies ist natürlich viel Blödsinn. Wer von uns Musikern ist genau dort, wo wir erwarten, dass wir sein sollten? Wer von uns sieht objektiv und klar die eigenen Talente und Grenzen und sagt, ” OK, das bin ich?” (Das alles kam nicht mit der Äußerung in den vorigen Absatz sondern eine Weile schon habe ich darüber gegrübelt.)

Warum schreibe ich das? Vielleicht, weil junge Sänger, auf der Suche nach Informationen und Beratung über die Arbeit in Europa, in Google allerlei Zeug dazu finden, wie Sie Arbeit hier bekommen, als wäre das der Höhepunkt all Ihre Bemühungen, herzlichen Glückwunsch, einen Job, Glücklich gelandet. Ende gut alles gut.

Aber das ist wirklich nur der Anfang, und nicht alles vom Kommenden ist das große Abenteuer. Man bringt eigene Arbeitsgewohnheiten mit; wie mit negativen Situationen umzugehen ist; den Umgang mit “besten Feinden” ; nicht in der Lage, sich perfekt in der eigenen Sprache auszudrücken, geschweige denn in einer fremden. Man bringt die eigenen Beweggründe, Künstler zu sein, mit – Sucht man Anerkennung? Wenn ja, von wem? Kann man die eigenen Talente und Stärken akzeptieren, wenn sie sich von dem “Was wir gerade jetzt suchen” unterscheiden? Freut man sich über Erfolge der Kollegen, oder verbirgt man ihre Facebook-Beiträge? Reicht es aus, durch Singen Arbeit zu haben, wenn man sonst alles im Leben opfert?

Ich begegnete gestern einem ehemaligen Kollegen auf der Straße. Er war Lehrer, aber begann eine Karriere in der Oper kurz nach seiner ersten Lehrerstelle. Er hat eine schöne Stimme, sehr gute Bühnenpräsenz, eine gute Haltung, den Wunsch zu lernen und hart arbeiten, und die seltene Gabe, des komödiantisches Timings. Er arbeitete erfolgreich in einigen Opernhäusern während der letzten zehn Jahre, dann ließ er alles hinter sich, um Privatleben und ein wenig Seelenfrieden zu bekommen. In Teilzeit unterrichtet er jetzt und gibt Gesangskonzerte, und er klingt sehr glücklich. Ich habe viel über ihn in den vergangenen Monaten gedacht, denn ich werde etwas Ähnliches am Ende dieser Saison zu tun. Das Vollzeit-Ensemble Leben ist nichts mehr für mich. Alles was ich im Moment weiß ist, dass ich nur mehr auf meine Art singen möchte. Singen ist etwas, das einen glücklich machen sollte. Ich könnte dieses Glück beim Singen wieder finden, oder vielleicht in etwas anderem. Es ist Zeit.

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5 Responses to The Glamourous Life Revisited

  1. I hope you don’t mind that I shared this with my nephew who is in training for a career as a singer in opera. He just won his first “major” role, as Belcore in L’Elisir d’amore’, to be performed in the Spring at Cal State Long Beach College of Music (the premier of which I shall attend, if the crick don’t rise). Your musings are an eloquent accompaniment. Thanks…

  2. RebeccaNYC says:

    What a wonderful explanation of what this chosen field is like. I’m so sorry you have hit that wall, but so glad that you will be continuing on in a different venue.

  3. Beth Smith says:

    I loved your post. Terrific piece. I had lots of reactions!

    1. Those singers might have been talking about European singers, not Americans, which is why they said it within earshot.

    2. Of course you’re not a failure! Quite the contrary! How many American opera singers can do it for a living? Or succeed in Europe?

    3. Oh God, I hope you’re not having a mid-life crisis (just teasing — mostly).

    4. Your comments about success could apply to anyone in any career. These really are universal issues, and you stated them beautifully.

    5. I can’t tell from your post whether you’re happy or ambivalent about moving on. Are you happy? I hope so – you deserve to be.

  4. This is so well-thought out as well as written! Thank you. I hear you speaking for both of us, since, being a bit ahead of you, I left the world of full-time employment in an opera house a few years ago. I had already been teaching part-time, but am now teaching full-time. It’s a huge change in energy or course, not being onstage. There was a grieving process. No doubt about that. Your life as a singer need not end, or be diminished in any way because it does not conform to some insecure person’s idea of success. Mine hasn’t. I think you will find that you are going to flourish in a new way.

  5. Marcellina says:

    Thanks for the interesting comments! Daniel, amen on the grieving process; also, a friend in academics said that I pretty much described her journey, “word for word”. Another friend wrote to me that she had once tried to talk about this subject with a teacher who ignored the topic. We don’t seem to be given the equipment to tackle the “what now?” after we find ourselves where we have fought, all those years, to get to, only to find that the pursuit cannot go on forever but we have only been taught to pursue! There is so much talk about going for one’s dream, “making it” (whatever that means, actually. What does it mean?), but most singers do not become world famous and then spend their golden years admiring their grammys and their bank accounts. They have it much better than dancers, I admit. But they still hit their 40s and 50s and begin to reassess what they want out of the years before retirement — if they are lucky enough to have the opportunity, and I must not forget that I am very lucky to have it!
    No, I am not ambivalent at all. A little concerned about future financial stability, and those answers won’t reveal themselves for a while. But we have one life on this earth, and as a famous opera singer once said in a master class in Philadelphia, “at the end of the day you can’t curl up with your career”.

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